Regionaler Fleischkonsum reicht nicht für vorbeugende MKS-Impfungen

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Die große Viehdichte in Nordwestdeutschland stelle für vorbeugende Impfungen gegen die Maul- und Klauenseuche ein Dilemma dar. Einerseits sei ohne Impfungen das Töten einer derartigen Zahl von Schweinen und Rindern ein ethisches Problem. Andererseits könne die Bevölkerung in diesen Regionen die Tiere in diesen Größenordnungen niemals selbst konsumieren. Dies sei aber notwendig, da durch das Impfen Verbringungen von Fleisch aus der Region nicht mehr möglich sei. Dies erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast am Rande des informellen Agrarministerrates im schwedischen Östersund.

Sie sprach die Impffrage zusammen mit den Niederlanden auf dem Rat an. Künast sieht allerdings wenig Chancen für vorbeugende Impfungen in breit angelegten Schutzgürteln in der EU. Die Opposition in vielen EU-Mitgliedstaaten sei groß, weil diese Handelsbeschränkungen befürchteten. Allenfalls über die Größe eines Ringes mit Notimpfungen um einen Seuchenherd herum könnte man mit der EU diskutieren. Künast werde auf Initiative eines Bundeslandes den Antrag in Brüssel auf vorbeugende regionale Impfung stellen, sobald es einen Maul- und Klauenseuchefall entweder kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze oder in Deutschland gebe.

Langfristig müsse man der Maul- und Klauenseuche besser vorbeugen. Zu den notwendigen Maßnahmen gehörten eine Verminderung der Schlachtviehtransporte auf höchstens vier Stunden, eine Streichung der Exportsubventionen für Lebendvieh aus der EU, niedrigere Viehdichten pro Fläche und verbesserte Haltungsformen, die die Gesundheit der Tiere stärke. Für den dann noch verbleibenden Rest an Seuchenrisiko müssten markierte Impfstoffe entwickelt werden, forderte die Bundeslandwirtschaftsministerin. (Mö)
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