Neue Finanzmarktregeln dürfen Warentermingeschäfte nicht ausbremsen. Das verlangen die Spitzenverbände der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Anlässlich der Diskussion im Europäischen Parlament über die Reform des Gesetzespakets zur Finanzmarktregulierung warnen der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) heute in einer gemeinsamen Erklärung vor einer Überregulierung. Die Möglichkeiten zur Absicherung von Agrarrohstoffpreisrisiken durch Warentermingeschäfte dürften nicht geschwächt werden, heißt es in der Mitteilung.  

Konkret lehnen die Verbände den Berichtsentwurf des Europaabgeordneten Markus Ferber (EVP) für das Europäische Parlament, den sogenannten „Ferber-Report" ab. Dieser sieht gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission Verschärfungen vor. Insbesondere die Einführung von Positionslimits und Berichtspflichten für Agrarunternehmen und Rohstoffhändler stoßen auf Widerstand. Diese müssten künftig regelmäßig darlegen, dass ihr Engagement an der Warenterminbörse lediglich eine Nebentätigkeit und nicht Hauptgegenstand ihres Geschäftes sei, erklärte der DRV auf Anfrage. Nur in diesem Fall blieben sie von Eingriffen verschont. Maßnahmen in laufende Verträge wie die nachträgliche Positionsschließung durch Marktaufsichtsbehörden gehen nach Ansicht der Verbände völlig an der Praxis vorbei. 

Nach Angaben des DRV wird das Gesetzespaket im Juli dieses Jahres dem Wirtschaftsauschuss des Europaparlaments vorgelegt und frühestens im kommenden Jahr verabschiedet. (sch)

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