Der Biokraftstoffverband weist darauf hin, dass reiner Biodiesel (B100) und reines Pflanzenöl durch Steueränderungen vom Kraftstoffmarkt verschwinden werden.

Die bislang geltende Steuererleichterung für reinen Biodiesel B100 und Pflanzenöl ist zum Anfang des Jahres aufgehoben worden. Seitdem beträgt die Energiesteuer pro Liter 45 statt vormals 18 Cent. Dies entspricht der Besteuerung von fossilem Diesel. Die Gestehungskosten sind hingegen höher und so werden beide Kraftstoffe in der Folge deutlich teurer. Reiner Biodiesel und Pflanzenöl seien somit am Markt nicht mehr wettbewerbsfähig.

Der Biokraftstoffverband reklamiert, dass damit zu den fossilen Kraftstoffen keine Alternative mehr zur Verfügung stehe. „Es ist unverständlich, weshalb die Bundesregierung einerseits hohe Kraftstoffpreise beklagt, andererseits aber durch ihre Politik die einzigen Wettbewerber von fossilem Diesel aus dem Markt drängt,“ sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Im Jahr 2006 wurden rund 1,9 Mio. t B100 in Deutschland abgesetzt, der Anteil von B100 am deutschen Dieselmarkt lag 2007 bei etwa 12 Prozent. B100 wurde insbesondere von Speditionsunternehmen getankt. Reines Pflanzenöl spielte insbesondere in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle.

Zuletzt wurden noch etwa 100.000 t B100 produziert. Für die deutschen Produzenten von Biodiesel bleibe jetzt nur noch die Möglichkeit, ihre Produkte an Mineralölkonzerne zu verkaufen, die sie fossilem Diesel zu bis zu 7 Prozent beimischen, so der Verband. (hed)
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