Rekordernte und Qualitätsprobleme in Mecklenburg-Vorpommern

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Die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern stehen in diesem Jahr vor der besten Getreide- und Rapsernte aller Zeiten. Dies geht aus einer Analyse des Sachverständigenausschusses beim Schweriner Landwirtschaftsministerium hervor. Mit 75,1 dt/ha bei Getreide und 42,0 dt/ha bei Raps werden die Spitzenerträge von 1999 um knapp 3 dt/ha bei Getreide und 1,5 dt/ha bei Raps deutlich überboten. Insgesamt wird eine Getreideproduktion von 4,6 Millionen t erwartet.

An der Ertragsspitze steht mit 79,8 dt/ha die Wintergerste. Nach Angabe von Wolfgang Jäger, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes in Neubrandenburg, differieren hier die Erträge zwischen 35 dt/ha und 100 dt/ha. Gegenüber der Ostsee-Zeitung beklagte Jäger allerdings, dass eine noch nie dagewesene Differenz zwischen der Qualität des Erntegutes und der Quantität vorliegt. So rechnet auch Walter Lonskowski vom Gut Mattchow auf der Insel Rügen wegen der Qualitätsabstriche beim Winterweizen nur mit 80 Prozent des geplanten Erlöses. Als Ursache für das Qualitätsminus bezeichnete er die geringen Niederschläge während der Kornbildungsphase von Mai bis Juni.

Nach Angabe des Bauernverbandes stiegen die Rapspreise im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 10 DM/dt auf jetzt 43 DM/dt. Als Ursache dafür nennt der Verband die höheren Weltmarktpreise und die wachsende Nachfrage nach Biodiesel und Rapsöl. Mit der Herbstbestellung 2001 wären erstmals für den Winterrapsanbau keine Anbauobergrenzen mehr festgelegt. Die Aussaat laufe auf Hochtouren. (Bm)
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