Viele Landwirte haben vor Ende der Quote noch in teure Melkkarusselle investiert.
-- , Foto: Daphne Huber-Wagner
Viele Landwirte haben vor Ende der Quote noch in teure Melkkarusselle investiert.

Eine „äußerst lebhafte Nachfrage" nach Förderkrediten aus der Agrarwirtschaft prägte die Geschäftsentwicklung der Landwirtschaftlichen Rentenbank im 1. Halbjahr 2015. Mit ihren zinsgünstigen Programmkrediten erreichte die Bank laut eigenen Angaben ein neues Rekordhoch - trotz der schwächeren Entwicklung auf den Agrarmärkten.

Auch das internationale Emissionsgeschäft sei von Januar bis Juni sehr erfolgreich verlaufen. „Zur Refinanzierung des Fördergeschäfts nahmen wir im ersten Halbjahr 8,4 Milliarden Euro mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel auf. Dieses Volumen deckt bereits 80 Prozent des für 2015 geplanten Emissionsbedarfs von insgesamt 10,5 Milliarden Euro", sagte Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Rentenbank.

Gelder für neue Milchviehställe

Das Neugeschäft mit zinsgünstigen Programmkrediten erreichte im aktuellen Berichtszeitraum den Angaben zufolge 3,6 Mrd. € und übertraf damit den Vorjahreswert um mehr als 15 Prozent. Dazu trugen insbesondere die beiden Fördersparten „Landwirtschaft" und „Ländliche Entwicklung" bei. Allein in der Fördersparte „Landwirtschaft" stieg das Neugeschäft um 21 Prozent auf 1,5 Mrd. €.

Besonders gefragt seien Finanzierungen für Gebäude und Flächenkäufe, darunter auch Investitionen in neue Milchviehställe oder Modernisierungsmaßnahmen. Viele Milchviehhalter hatten vor dem Ende der Milchquote im April dieses Jahres in moderne Melktechnik und Ställe investiert, um die Produktionskosten zu senken.

Wie die Landwirtschaftliche Rentenbank mitteilt, verdoppelte sich das Neugeschäft mit allgemeinen Förderkrediten auf 2,6 Mrd. €, die Neuabschlüsse im verbrieften Fördergeschäft stiegen um knapp 4 Prozent auf 2,1 Mrd. €.

Aktuell wurde die Landwirtschaftliche Rentenbank von der Landesregierung in Baden-Württemberg aufgefordert, die Liquiditätshilfen auf alle von der Trockenheit betroffenen Betriebe auszuweiten. Auf Anfrage von agrarzeitung.de teilte ein Sprecher mit, erst den EU-Sonderagrarrat in Brüssel abzuwarten, bis eine Entscheidung darüber getroffen werde. (Sz/da)
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