Nach den Futterbauern können nun auch Veredlungsbetriebe einschließlich Ferkelerzeuger und Unternehmen, denen die Trockenheit in diesem Sommer zugesetzt hat, über ihre Hausbank Sonderkredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Anspruch nehmen. Das Programm „Liquiditätssicherung“ könne dann beantragt werden, wenn die Betriebe ihrem Kreditinstitut einen Ergebnisrückgang von mindestens 30 Prozent nachweisen, teilte die Rentenbank am Mittwoch mit.

Diese Förderdarlehen werden zu besonders günstigen Konditionen gewährt. Laufzeit und Zinsbindung betragen vier, sechs oder zehn Jahre, wobei es mindestens ein tilgungsfreies Jahr gibt. Je nach Laufzeit und Kredittyp liegt der effektive Zinssatz in der günstigsten Preisklasse zurzeit zwischen 1 Prozent und 1,26 Prozent.

EU-Zuschuss in Aussicht

Die Kredite über vier und sechs Jahre Laufzeit könnten nach Angaben der Rentenbank außerdem von Zuschüssen aus den jüngst beschlossenen EU-Mitteln profitieren. Die EU hat Deutschland knapp 70 Mio. € zur Unterstützung von Milch- und Fleischerzeugern in Aussicht gestellt. Insgesamt haben sich die Agrarminister in Brüssel im September darauf geeinigt, EU-weit insgesamt rund 500 Mio. € für Landwirte in der Krise zu zahlen, davon 420 Mio. € an direkten Hilfen.

Auch wenn die Anforderungen für die Zuschussgewährung und für die Bestimmung der Zuschusshöhe noch nicht bekannt sind, geht die Rentenbank davon aus, dass das Liquiditätssicherungsprogramm gefördert wird, da die Kreditlaufzeit vier oder sechs Jahre betragen muss. Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit seien den aktuellen Planungen zufolge allerdings ausgenommen, so die Rentenbank. (sp)
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