Report-Bericht über illegale Masthilfsmittel nicht plausibel

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Den Bericht des Nachrichtenmagazins Report vom Montag vergangener Woche über die Auslieferung illegaler Masthilfsmittel hält die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland e.V. (ISN), Damme, für nicht plausibel. Vielmehr hätten die Fakten im Vorfeld des Berichtes besser geprüft werden müssen, heißt es in einer Pressemitteilung der ISN. Dem Fernsehbericht zufolge sollten etwa 45 t illegale Masthilfsmittel an Tierärzte geliefert worden sein, darunter die Antibiotika Chloramphenicol, Metronidazol und Dimetridazol. Nach Informationen der ISN handelt es sich aber fast ausschließlich um nicht antbiotisch wirkendes Zinkoxid, das gewöhnlich als lebensnotwendiges Spurenelement dem Futter von Katzen, Hunden und Tieren in der Landwirtschaft zugemischt werde. Daneben werde Zinkoxid als Streumittel zur Desinfektion von Liege- und Laufflächen in Tierställen verwendet. Wegen seiner heilenden Eigenschaften käme es auch in Heilsalben, Hämorrhidenzäpfchen sowie in Cremes und Pudern für die Babypflege vor.

Von den genannten Antibiotika sind nach Recherchen des ISN lediglich 2 kg reines Chloramphenicol und zusammen etwa 150 kg Metronidazol und Dimetridazol ausgeliefert worden. Die Anwendung dieser Stoffe sei aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes aber auf die Humanmedizin und Kleintiere beschränkt. Zudem schmecke reines Chloramphenicol extrem bitter und werde von Schweinen und Kälbern weder gefressen noch gesoffen, so dass deren Einsatz laut ISN eher unwahrscheinlich ist. Von den 150 kg Metronidazol und Dimetridazol seien nachweislich 114 kg nach Osteuropa exportiert worden. Zudem sei eine weitere Teilmenge wegen Überlagerung nachweislich fachgerecht entsorgt worden. Der verbliebene Rest sei nach den Recherchen der ISN an Tierärzte und einen Arzneimittelhersteller ausgeliefert worden. Eine kontinuierliche Behandlung sei aber auf Grund der geringen Menge unwahrscheinlich, heißt es in der Mitteilung des ISN weiter. (ED)
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