Die ARD-Fernsehsendung beschäftigt sich heute Abend mit Tierschutzsiegeln. Das Fazit lautet offenbar: Es handelt sich um Greenwashing.

Um den Verbrauchern Sicherheit beim Kauf von tierischen Produkten zu geben, haben die Produzenten mehrere Tierschutzlabel aus der Taufe gehoben. Zuletzt stellte Landwirtschaftministerin Ilse Aigner auf der Grünen Woche das Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes vor. Geflügel- und Schweinefleischprodukte der Hersteller Wiesenhof und Vion Food Group sind bisher mit dem Siegel im Lebensmitteleinzelhandel vertreten.

Dieses neue Siegel steht nun offensichtlich im Zentrum einer Fernsehsendung mit dem Titel „Greenwashing durch neues Label: Wie Tierschützer der Fleischindustrie ein besseres Image verschaffen“.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) äußert Verständnis für das Bestreben des Tierschutzbunds über eine „Einstiegsstufe“ – mit abgeschwächten Vorgaben - einen breiteren Tierschutz für Nutztiere zu ermöglichen. Sie warnt jedoch anlässlich der Fernsehsendung davor, falsche Verbrauchererwartungen zu wecken.

In einer zweijährigen Übergangszeit, die der Tierschutzbund offenbar akzeptiert hat, sei das Kupieren der Schwänze erlaubt. Das sei dem Verbraucher kaum vermittelbar. Damit falle das Label noch hinter die EU-Vorgaben zurück. Diese verlange zudem Zugang der Schweine zu Stroh als Einstreu. Realität sei hingegen eine Metallröhre, aus der die Tiere sich gepresste Strohtabletten zum Kauen ziehen könnten.

Deutliche Kritik äußerte die AbL an der viel zu hohen Obergrenze von Schweinen pro Stall. Erlaubt seien Ställe mit bis zu 3.000 Schweinen. Wenig nachvollziehbar sei auch, dass das Einstiegs-Label nicht einmal Reduktions-Vorgaben hinsichtlich der Antibiotika mache und gentechnikfreies Futter erst nach 3 Jahren vorschreiben wolle.

Die Sendung „Report Mainz“ wird heute Abend um 21:45 Uhr in der ARD ausgestrahlt. (az)
stats