Erst indem das Gerstengenom entschlüsselt wurde, sind genetische Unterschiede in den eingelagerten genetischen Ressourcen eindeutig zu identifizieren. Mit Hilfe der dann auffindbaren Unterschiede könen Forscher unterschiedliche Resistenzreaktionen erklären. Das berichtet Patrick Schweizer vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Gatersleben, am Mittwoch in Frankfurt.

Eine Forschergruppe am IPK hat beobachtet, wie unterschiedlich Gerstenpflanzen den Angriff von Mehltau abwehren. Das Absterben von Gewebe ermöglicht nur eine Verzögerung im Befall. Hingegen sei die Verdickung von Zellwänden ein Hinweis auf eine quantitative und länger wirksame Resistenz, erklärt der Experte. Anschließend haben die Wissenschaftler zunächst ermittelt, welche Gene für eine solche Abwehrreaktion mit verdickten Zellwänden zuständig sind. Anschließend konnten in der Genbank Gerstenstämme gesucht werden, die solche Genabschnitte enthalten, um sie in der Pflanzenzüchtung zu nutzen.

Nach insgesamt 14 Jahren Forschungsarbeit seien somit die Grundlagen für eine wissensbasierte Gen getriebene Züchtung auf Resistenzen gelegt, erklärt Schweizer. Diese Methode könne die bisherige merkmalsbasierte Züchtung unterstützen. (brs)
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