Kastration ohne Betäubung will Rewe für seine Eigenmarken ab 2017 nicht mehr zulassen.
-- , Foto: Steffen Bach
Kastration ohne Betäubung will Rewe für seine Eigenmarken ab 2017 nicht mehr zulassen.

Rewe kommt Forderungen nach besseren Haltungsbedingungen für Nutztiere entgegen: Wie das Unternehmen mitteilte, soll ab 2017 kein Frischfleisch unter Eigenmarken mehr mit Fleisch von unbetäubt kastrierten Schweinen verkauft werden. Die Zulieferer für das Eigenmarkenprogramm seien über die Entscheidung am heutigen Dienstag informiert worden, heißt es weiter. Für alle anderen Lieferanten gilt der Kastrationsverzicht nicht. Konkurrent Aldi Süd geht da weiter: Der Discounter hatte im April dieses Jahres angekündigt, ab 2017 Fleisch von kastrierten Schweinen ganz aus dem Sortiment zu nehmen.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Zugeständnisse, macht aber gleichzeitig klar, dass die "Tierqual" so schnell wie möglich beendet werden sollte: "Unsere Erwartung wäre ein sofortiger Ausstieg, wir erkennen aber an, dass Rewe mit dem 1. Januar 2017 schon mal weit vor der gesetzlichen Verbotsfrist gehandelt hat", sagt Präsident Thomas Schröder. Zugleich warnte er vor Ausweichmanövern, wie einfach nur noch Fleisch weiblicher Tiere zu verwenden. Tierschützer befürchten in einem solchen Fall eine ähnliche Entwicklung wie bei Legehennen: Der für die Produktion irrelevante männliche Nachwuchs wird getötet. Die Praxis der unbetäubten Ferkelkastration ist in Deutschland noch bis Ende 2018 gesetzlich erlaubt. (az)
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