Ebenfalls unklar seien etwaige Beteiligungen an Restrukturierungskosten, berichtet lebensmittelzeitung.net. Tengelmann, Edeka und Rewe hatten sich bereits vor zwei Wochen in einem von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geleiteten Schlichtungsverfahren auf die Grundzüge eines Kompromisses geeinigt.

Die Einigung über die Aufteilung des Filialnetzes ist einwichtiger Fortschritt in den Verhandlungen. Im Mittelpunkt stand schon damals die Aufteilung des Kaiser's Tengelmann-Geschäfts in Berlin auf die beiden Handelsriesen Edeka und Rewe. Doch erwies sich das Aushandeln der Details danach als schwieriger als erwartet. Zeitweise war sogar von einem möglichen Scheitern der Gespräche die Rede. Dieser Konflikt ist zumindest gelöst. Ob es auch Änderungen bei den Filialen in Bayern und in Nordrhein-Westfalen gibt, bliebt noch offen.

Hintergrund der zähen Verhandlungen

Kaiser's Tengelmann schreibt schon seit der Jahrtausendwende rote Zahlen. Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte deshalb vor zwei Jahren beschlossen, das Unternehmen an Edeka zu verkaufen. Der Plan stieß jedoch bei Wettbewerbshütern auf heftigen Widerstand. Sie befürchteten durch einen Verkauf der Supermärkte ausgerechnet an den Marktführer Edeka weniger Wettbewerb und steigende Preise im deutschen Lebensmittelhandel. Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt deshalb den Zusammenschluss. (az)
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