Pflanzenschutz

Richtiger Umgang mit B1-Auflagen

Über Einsatzmöglichkeiten von Insektiziden, die als bienengefährlich (B1) eingestuft sind, gibt es offenbar Unsicherheit. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) berichtet von vermehrten Anfragen, die auch bei den zuständigen Länderbehörden und den Zulassungsinhabern eingehen.

Das BVL erläutert deswegen, wie Landwirte mit den Vorschriften zum Schutz von Bienen umgehen können. Grundsätzlich dürfen, so die Behörde, Pflanzenschutzmittel, die als bienengefährlich (B1) eingestuft sind, nicht auf blühende Pflanzen oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden. Dieses Verbot betrifft die Rapsblüte selbst, aber auch blühende Unkräuter in der Kultur.

Teilflächen aussparen und Maßnahme dokumentieren

Solche blühenden Unkräuter finden sich außerhalb der Blütezeit des Raps in Teilbereichen eines Schlages. Das BVL nennt als Beispiele Vorgewende, Kuppen oder Senken mit Bestandslücken oder Blühstreifen. Hier bräuchten Landwirte aber auf den Einsatz eines bienengefährlichen Pflanzenschutzmittels nicht komplett verzichten. Sie müssen stattdessen bei der Behandlung Teilflächen mit blühenden Pflanzen aussparen. Dazu gehört auch, so das BVL weiter, dass die blühenden Unkräuter nicht von Abtrift getroffen werden. Nach der Behandlung müssen Landwirte die Maßnahme dokumentieren. Das BVL weist darauf hin, dass die tatsächlich mit einem B1-Mittel behandelte Fläche zu vermerken ist.

Mittel werden für das Resistenzmanagement gebraucht

Das BVL betont, dass Landwirte auf diese Weise ein sinnvolles Resistenzmanagement anwenden können. Denn wenn sie komplett auf die bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel verzichten müssten, drohen weiter abnehmende Sensitivitäten von resistenten Schädlingen wie Rapsglanzkäfern oder Kohlschotenrüsslern gegenüber den Wirkstoffen der nicht bienengefährlichen Mittel. (db)
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