Rindfleisch aus Indien begehrt

Der globale Rindfleischhandel wächst kräftig. Indien könnte 2012 das größte Exportland werden. Die EU hält ihre Nettoexportposition. Das Landwirtschaftsministerium USDA rechnet mit einem Anstieg der globalen Rindfleischexporte 2012 gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent. Als Motor nennen die Amerikaner Indien mit zunehmenden Angeboten an preiswertem Büffelfleisch, das in internationalen Statistiken als Rindfleisch zählt. In Indien wächst die Milchviehherde schnell, um den Bedarf der Inder nach Milchprodukten zu befriedigen. Das Fleisch der Büffelkühe und der männlichen Nachzucht wird dagegen in erheblichem Umfang exportiert. Für Märkte in muslimischen Ländern erzeugen die Schlachtbetriebe Indiens zunehmend nach dem erforderlichen Halal-Standard, stellt das USDA fest. Damit erobert das Land wichtige Absatzmärkte in Asien, im Nahen Osten und in Nordafrika.

Indien könnte 2012 mit Exporten von mehr als 1,5 Mio. t Rindfleisch Australien und Brasilien als führende Exportländer ablösen. Brasilien verliert seine bisherige Dynamik am Weltmarkt, weil die Trockenheit dort die gewohnten Wachstumsraten gebremst hat. Außerdem steigt die Nachfrage im Land. Die EU hat in den vergangenen Jahren - auf niedrigem Niveau - im Rindfleischexport zugelegt. Bei einer stagnierenden Erzeugung sowie leicht abnehmenden Importen von etwa 360.000 t schätzt das USDA, dass die EU-Länder 2012 auf Drittlandsmärkten wie im Vorjahr rund 450.000 t Rindfleisch verkaufen können. Die Türkei ist eines der wichtigsten Absatzmärkte.

Einen höheren Importbedarf für Rindfleisch erwartet das USDA in diesem Jahr in Südostasien, im Mittleren Osten sowie in Nordafrika. Russland wird voraussichtlich mit Abstand größtes Importland bleiben. Hier erwähnt das USDA Erleichterungen, die sich durch den Beitritt des Landes zur Welthandelsorganisation WTO ergeben. (db)
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