Rindfleischmarkt sanieren

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Auf ein Maßnahmenpaket zur Sanierung des europäischen Rindfleischmarktes haben sich die EU-Agrarminister auf ihrem Rat am Dienstagabend in Brüssel geeinigt. Es handelt sich allerdings nur um eine abgespeckte Version des ursprünglichen Sieben-Punkte-Programms von Agrarkommissar Franz Fischler.

- Die 90-Tiere-Grenze für die Bullenprämie muss danach nicht in allen Mitgliedstaaten eingeführt werden.
- Die Menge der Prämienrechte wird nicht auf der Ebene des einzelnen Betriebes, sondern auf der Ebene des gesamten Mitgliedstaates eingefroren. Das bedeutet für Deutschland eine Kürzung von 1,8 Mio. auf 1,536 Mio. Prämienzahlungen pro Jahr, weil ein Teil der Prämien in den vergangenen drei Jahren nicht genutzt wurde.
- Die Besatzdichte wird von zurzeit 2,0 GVE/ha Hauptfutterfläche (HFF) auf 1,9 GVE/ha HFF im Jahr 2002 und ab dem Jahr 2003 auf 1,8 GVE/ha HFF herab gesetzt.
- Schließlich wird die höchstmögliche Interventionsmenge für das Jahr 2001 von 350.000 t auf 500.000 t Bullenfleisch erhöht.

Die Kommission fürchtet, dass im Herbst nach dem Weidenabtrieb in Irland 120.000 t zusätzlich für die Intervention anfallen. Deshalb hält Agrarkommissar Franz Fischler die BSE-bedingten Schwierigkeiten noch lange nicht für ausgestanden. Zusammen mit der schwedischen Präsidentschaft drängte er in Luxemburg auf eine Entscheidung. (Mö)
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