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Die Kandidatensuche für die Nachfolge von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer ist im vollen Gange. Am Morgen nach der vorzeitigen Nominierung von Seehofer zum bayerischen Ministerpräsidenten werden in Berlin vier Kandidaten aus der CSU heiß gehandelt. Bisher galt der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Agrarministerium Gerd Müller als aussichtsreichster Bewerber. Er kennt sich in der Materie aus und würde für einen leisen, reibungslosen Wechsel an der Spitze des Berliner Agrarressorts stehen. Der CSU-Bezirkschef aus seiner Heimat Schwaben, Markus Ferber, hat sich heute im Bayerischen Rundfunk bereits für den 53-Jährigen eingesetzt und ihn eine "kluge Entscheidung" genannt. Müller selbst will sich zu den Spekulationen nicht äußern.

Auch der Vorsitzenden im Tourismusausschuss des Bundestages Marlene Mortler werden Chancen eingeräumt. Die 52-Jährige ist erste stellvertretende Landesbäuerin in Bayern und stammt aus Franken, dem Bezirk, der sich mit der Kür von Seehofer zum Regierungschef am schwersten getan hat und der auf eine Wiedergutmachung hofft.

Als weitere Kandidatin wird Ilse Aigner, die bildungs- und forschungspolitische Sprecherin der Unionsfraktion genannt. Sie war 2002 bis 2005 im Haushaltsausschuss für den Etat des Agrarministeriums zuständig. Die 43-Jährige stammt aus Oberbayern, dem Bezirk, dem auch Seehofer angehört.

Agenturen berichten heute Morgen, dass aber auch ein ressortfremder, wie der Außenpolitiker und CSU-Bezirkschef von Oberfranken, Karl-Theodor von und zu Guttenberg, als ein Favorit für das Spitzenamt im Agrarressort gilt. Der 36-Jährige gehört zu der Riege der "Jungen", die in der CSU nach mehr Einfluss streben.

Die Gespräche über seine Nachfolge will Seehofer selbst führen. Das Vorschlagsrecht liegt in der Partei, heißt es. Am 25. Oktober soll Seehofer zum CSU-Parteichef und zwei Tage später zum bayerischen Regierungschef gewählt werden. Theoretisch bleibt für die Personalfrage noch Zeit, doch im Hinblick auf die in Brüssel anstehenden Verhandlungen zum Health Check ist der Druck für eine schnelle personelle Stabilität im Bundeslandwirtschaftsministerium hoch. (sta)

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