Tierwohl für das Schwein

Ringelschwanz erschwert die Haltung


Erste Ergebnisse aus der Schweinehaltung mit unversehrten Ringelschwänzen liegen vor: Die Haltung solcher Tiere ist schwierig. So lautet das Fazit auf der Fachtagung "Tierwohl in der Schweinehaltung", die am Dienstag von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ausgerichtet wurde. Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Kammer Nordrhein-Westfalen, der Kammer Schleswig-Holstein und der Fachhochschule Südwestfalen Soest hatten vor rund 110 Fachbesuchern Ergebnisse und Erfahrungen aus Projekten zur Verbesserung der Haltungsbedingungen bei Schweinen vorgestellt.

Die länderübergreifend Ergebnisse aus Tierwohl-Initiative zeigen folgendes: Das Risiko des Schwanzbeißens verringerte sich bei kupierten Schwanzspitzen, bei Schweinen mit unkupierten Schwänzen blieb hingegen ein Restrisiko bestehen.

Zeichen für Stress und Überforderung

Die Verhaltensstörung Schwanzbeißen bei Schweinen gilt als ein Zeichen für Stress und Überforderung. Dabei ist es laut einer Beraterin schwierig, einen Faktor als alleinige Ursache ausfindig zu machen. Häufig sei es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, zudem abhängig vom jeweiligen Betrieb. Wichtig sei vor allem auch das Beobachten der Tiere, um eventuelle Verhaltensweisen, die auf ein Unwohlsein hindeuteten, schnell und frühzeitig erkennen zu können.

Die Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz sind Bestandteil der Tierwohl-Initiative „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl“, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist mit der Projektträgerschaft beauftragt.

An dem Vorhaben „Einzelbetriebliche Intensivberatung Schweinehaltender Betriebe zur Reduzierung des Risikos von Schwanzbeißen“ der Kammer Niedersachsen hatten sich beispielsweise 16 konventionelle Betriebe beteiligt. Die Betriebe wurden zwei Jahre lang begleitet und hinsichtlich der Fütterung, des Tierverhaltens und des Managements beraten. (has)
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