Am Donnerstag treffen sich die Umweltminister der Länder mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Sie sprechen über die Laufzeiten der Atommeiler und das Energiekonzept der Bundesregierung. Bevor Röttgen Ende August erste Eckpunkte seines Energiekonzeptes bis 2050 vorstellen will, sollen die Umweltminister der Länder am Donnerstag noch einmal mitreden. Das Treffen im Umweltministerium in Bonn hatte der Minister den Länderkollegen bereits Anfang Juni bei der Umweltministerkonferenz versprochen. Das Energiekonzept hängt vor allem an der Frage über die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Der Stellenwert von Atomstrom hingegen gilt als entscheidend für den künftigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Insbesondere Bayern, Baden-Württemberg und Hessen fordern lange Atomlaufzeiten, während Nordrhein-Westfalen mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht droht, falls der Atomausstieg rückgängig gemacht werden soll. Gegen längere Laufzeiten sprechen sich ebenfalls Schleswig-Holstein und das Saarland aus.

Röttgen hofft im Vorfeld, dass für sein Energiekonzept ein Konsens gefunden wird, der von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen werden könne. Derzeit sind die Gegensätze innerhalb der Politik wie in der Bevölkerung noch so groß, dass sowohl der Zeitplan als auch dieses Ziel von Röttgen eher unwahrscheinlich sind. Denn die Regierung will bereits Ende August Szenarien der Energieversorgung bis 2050 vorlegen und Ende September das umfassende Energiekonzept beschließen. (sta)
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