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Mit der dritten Ernte, in der Roggen ohne das Fangnetz der Intervention vermarktet werden muss, hat sich ein ganz neues Gleichgewicht eingependelt. Verschiedene Verwendungen buhlen um die Ware. "Noch vor wenigen Jahren suchten wir händeringend nach Abnehmern für Roggen. Heute umwerben wir intensiv die Anbauer, damit genügend Ware für den Markt zur Verfügung steht", fasst Sven Böse, Geschäftsführer des Roggenforums e. V., Isernhagen und Bergen, die Entwicklung zusammen. Im Rahmen einer Forumsveranstaltung am Donnerstag auf der Eurotier in Hannover ging Böse davon aus, dass die Anbauflächen für Roggen wieder wachsen werden. Mehr als zwei Drittel aller mit nachwachsenden Rohstoffen (Nawaro) betriebenen Biogasanlagen setzen Roggen als Energieträger ein, berichtete Lars Stahmer vom Ingenieurbüro Stahmer (IBS), Bremen. Roggen werde als Grünschnitt, Ganzpflanzensilage in der Milch- oder Teigreife sowie als Korn verarbeitet. Um möglichst viel Energie ernten zu können, empfiehlt Stahmer, den Roggen bis zur Milchreife wachsen zu lassen. Zwar brächten Teigreife oder die Nutzung des gereiften Korns noch mehr Energie in die Vergärung, dann wäre die Ernte aber zu spät, um im gleichen Jahr den Acker erneut nutzen zu können.(BS)
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