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Hybridsaatgut für Roggen ist fast ausverkauft. Die Saaten-Union nimmt seit dieser Woche keine Aufträge mehr vom Großhandel an. Zwar hätten die Unternehmen die Vermehrung in Erwartung einer hohen Nachfrage ausgedehnt, jedoch ist die geerntete Saatgutmenge klein. Zusätzlich zu einer um 20 bis 30 Prozent geringeren Ernte als kalkuliert, schlägt die niedrige Saatgutausbeute zu Buche. Denn die Roggenpartien weisen viele kleine Körner und Schmachtkörner auf, die nicht als Z-Saatgut verkauft werden können. Auch das Tausendkorngewicht ist 2007 niedrig. Sönke Koop von der Saaten-Union schätzt, dass die Saatgutausbeute ebenfalls um 20 bis 30 Prozent niedriger ausfällt als erwartet. Die Keimfähigkeit der Körner sei grenzwertig, bilde aber nicht das Kernproblem. Betroffen sind alle Hybridsorten. Auch für die Versorgung mit Populationsroggen bahnt sich ein Versorgungsengpass an. Landwirte und Einzelhandel, die noch nicht ausreichend Roggensaatgut gekauft hätten, sollten sich daher bald darum kümmern. (sta)
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