Agrarmärkte

Rohstoffpreise bleiben niedrig


Der Agrarmarkt in Deutschland und Europa sei mittlerweile vollständig in die globalen Marktentwicklungen eingebunden, sagte Dr. Klaus-Dieter Schumacher, Rohstoffexperte der BayWa AG heute bei der Agrarfinanztagung des Deutschen Bauernverbandes und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Berlin. Zwar bestehe der langfristige Trend eines steigenden Getreideverbrauchs fort, doch sei die Angebotssituation sehr komfortabel. Auch für das Jahr 2016 stehen derzeit alle Zeichen auf eine gute Ernte. Landwirte weltweit würden auf Preissignale nicht mehr durch eine Ausdehnung oder Einschränkungen Anbauflächen reagieren und diese konstant halten. Als Risiko bleibe somit nur das Wetter. Doch angesichts der Lagerbestände spiele dies eine nur nachrangige Rolle.

Nach Aussage von Schumacher gelten zwar weiterhin die Fundamentalfaktoren wie Angebot und Nachfrage sowie das Wetter, doch würden heute auch andere Faktoren auf die Agrarmärkte wirken. Dazu zähle er besonders den Einfluss von Fonds. Diese könnten je nach Nachrichtenlage die Märkte kurzfristig beeinflussen. Dies erschwere dem traditionellen Landhandel einerseits das Geschäft, biete jedoch geleichzeitig auch Chancen für eine situationsabhängig bessere Vermarktung.

Eine klare Absage erteilte Schumacher allen Versuchen auf nationaler Ebene, Agrarmärkte durch nationale Maßnahmen beeinflussen zu wollen. Dies halte er angesichts der Wucht der Entwicklungen und dem Trend zur totalen Globalisierung für ausgeschlossen. (jst)
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