Rom und Paris rangeln um Deutungshoheit zu AMIS-Treffen


Die FAO zeigt sich bestrebt, Spekulationen über eine Zusammenkunft des „Rapid Response Forums“ zu zerstreuen. Da Silva und Hollande bringen Strategische Reserve ins Spiel.

Der AMIS-Krisenstab Rapid Response Forum wird nun doch nicht zusammenkommen. So stellt es zumindest die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom in einer Dienstagabend veröffentlichten Pressemitteilung dar.

FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva unterstütze den Vorschlag von Frankreichs Premier Francois Hollande, ein Treffen der Agrarminister der G-20 zum Welternährungstag am 16. Oktober in Rom einzuberufen, heißt es. „Frankreich teilt die Position der FAO und der Vereinten Nationen, dass wir uns derzeit nicht in einer Agrarpreiskrise befinden, aber gleichwohl wachsam bleiben müssen“, kommentierte da Silva das Zusammentreffen mit Frankreichs Premier Francois Hollande laut Mitteilungstext.

Ganz anders hatte der Elysée-Palast in Paris diese Zusammenkunft medial aufbereitet. Der FAO-Generalsekretär und der französische Premier hätten sich darauf verständigt, eine Sitzung des „Rapid Response Forums“ zur Abkühlung der Agrarrohstoffpreise zum Welternährungstag anzusetzen, hatte Paris zu Beginn der Woche gemeldet. Wie von agrarzeitung.de berichtet, hatten FAO-nahe Kreise dies stark angezweifelt. Frankreich könne im Oktober ohnehin keine Sitzung einberufen, weil die USA zu Monatsbeginn die AMIS-Präsidentschaft übernehmen.

Ungeachtet dessen, ob ein Treffen der G-20-Agrarminister Mitte Oktober stattfinden wird oder nicht, formulieren da Silva und Hollande Vorschläge, um starken Schwankungen der Agrarrohstoffpreise die Spitzen zu nehmen. Strategische Reserven zur Ernährungssicherung halten beide laut FAO für einen gangbaren Weg.

Der FAO-Generaldirektor und der französische Premier betonen, solche strategischen Reserven sollten nicht für Markteingriffe genutzt werden, um die Preise für Agrarrohstoffe zu deckeln. Sie sollten lediglich als Sicherheitsnetz funktionieren, wenn die Ernährungssicherheit eines Landes bedroht sei.

Das „Rapid Response Forum“ ist eine Untergruppe des Agrarmarkt-Informationssystems (AMIS), die speziell auf die Vorbeugung von Versorgungsengpässen an den Agrarmärkten ausgerichtet ist. AMIS wurde 2011 unter der Präsidentschaft Frankreichs der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) gegründet. (pio)
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