Ab Herbst wird die Rotterdamer Börse keine Notierung für Industriekartoffeln in Nordwesteuropa mehr ausweisen. Damit reagiert die Notierungskommission auf anhaltende Kritik an der Notierung. Nach Darstellung der Niederländischen Kartoffelorganisation (NAO), die für die Veröffentlichung der Rotterdamer Notierungen zuständig ist, kommt es innerhalb der Region Hamburg-Frankfurt-Paris-Le Havre (Hafpal-Region) nur zu wenigen Umsätzen mit freier Ware in der Sortierung 40 mm+. Für den Handel außerhalb der Hafpal-Region will die NAO weiterhin Industriekartoffel-Notierungen erstellen.

Weitere Notierungen für niederländische Industrieware auf Basis abgewickelter Geschäfte werden an mehreren niederländischen Regionalbörsen veröffentlicht. Tatsächlich gebe es einen regen Handel mit freier Ware, so Einschätzungen aus der Branche. Der europäische Index auf Verarbeitungskartoffeln (FEPP), auf den Futures der Frankfurter Terminbörse Eurex lauten, wird durch die Entscheidung der NAO nicht berührt. „In den Index fließt zu einem Viertel der niederländische Kassamarkt für diese Produkte ein. Eine nicht mehr verfügbare Notierung kann jederzeit durch eine oder mehrere vergleichbare Notierungen ersetzt werden. Dies geschieht in enger Abstimmung mit Marktteilnehmern und Marktexperten," versichert Eurex-Produktmanager Sascha Siegel: „Die Kontinuität und Integrität des Index bleibt gewahrt." Der Verarbeitungskartoffel-Future der Eurex erfreut sich derzeit großer Umsätze mit mehr als 4.500 offenen Positionen für die Fälligkeit April 2011. (brs)
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