Rübenbauern protestieren gegen Reformvorschläge


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Am Rande der Agrarministerkonferenz auf Burg Warberg protestierten am Mittwoch mehrere Tausend Rübenbauern und Beschäftigte der Zuckerindustrie gegen die geplante Reform der Zuckermarktordnung (ZMO). Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Rübenbauernverbände, Jan Kirsch übergab Agrarkommissar Franz Fischler und Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast 51.000 Unterschriften. Künast wies die Kundgebungsteilnehmer darauf hin, dass die Reform der Zuckermarktordnung notwendig sei. Sie versicherte in den Verhandlungen zur ZMO-Reform das Beste für Deutschland herauszuholen.

Das Thema Zucker stand auch auf der Tagesordnung der Agrarministerkonferenz, an der der scheidende EU-Agrarkommissar Franz Fischler als Gast teilnahm. In der anschließenden Pressekonferenz mahnte Fischler die Reform der ZMO schon bald anzugehen. Für das Frühjahr rechne er mit einer endgültigen Entscheidung der WTO im Streit zwischen Brasilien, Australien und Thailand mit der Europäischen Union. Danach blieben erfahrungsgemäß nur 12 bis 14 Monate, um die Forderungen der WTO umzusetzen. Ansonsten würden Strafzahlungen in Milliardenhöhe drohen. Bei der Reform sollte versucht werden, die Reibungsverluste möglichst gering zu halten. Die Wettbewerbsstarken Standorte müssten die Möglichkeit erhalten, ihre Quoten zu erhöhen. Für jene, die ausscheiden, müssen Mechanismen gefunden werden, die einen Ausstieg erleichtern, so Fischler. (SB)

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