Das Zuckerwerk in Könnern, Sachsen-Anhalt, darf derzeit keine Zuckerrübenschnitzel ausliefern. Dies hat der Salzlandkreis als zuständige Behörde veranlasst. In der Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen in Könnern wurden in dieser Woche bei Eigenkontrollen Dioxingehalte in Futtermitteln über dem zulässigen Grenzwert gemessen. Nach Angaben des Futtermittelproduzenten wurden nach mehreren unbelasteten Auslieferungschargen wiederum Höchstgehalte von 1,1 Nanogramm/kg in Pressschnitzeln und 0,9 Nanogramm/kg in Pellets festgestellt. Der Grenzwert beträgt 0,75 Nanogramm/kg. Daraufhin verhängte der Landkreis einen sofortigen Auslieferungsstopp. Rund 35.000 t Futtermittel sind davon betroffen, die Zuckerproduktion dagegen nicht,  teilt das Agrarministerium in Sachsen-Anhalt mit.

Der Auslieferungsstopp gilt solange, bis die Ursache für die Dioxinbelastung geklärt ist.  Entwarnung gab es dagegen für Zuckerrübenschnitzel aus dem Werk Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Hier hatte Pfeifer & Langen Ende Oktober ebenfalls Dioxin-belastete Zuckerrübenschnitzel in Eigenkontrollen gefunden. Ursache war ein verschmutzter Gaswäscher. Seit dieser Woche werden aus diesem Werk wieder Rübenschnitzel ausgeliefert. (az)
stats