Die Kritik von Regierungspolitikern am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stößt auf Unverständnis. Befürworter des Gesetzes beklagen eine Kampagne. Als wahren Grund für die Attacken auf das EEG vermutet Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Trittin, dass sich die großen Energiekonzerne von den erneuerbaren Energien bedroht fühlen. Insbesondere der Solarstrom mit seinem Einspeisevorrang „verhagele" den Konzernen die Gewinne aus ihren alten Kohlekraftwerken, schreibt der Politiker heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Damit reagiert Trittin auf die Äußerungen von Wirtschaftsminister Philipp Rösler und dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle. Diese hatten das Gesetz in seiner jetzigen Form wegen der hohen Kosten scharf kritisiert.    

Trittin verweist hingegen auf die Vorteile des EEG. Seiner Ansicht nach schaffe kein anderes System so schnelles Wachstum bei so niedrigen Preisen. Wegen seines Erfolgs werde das Modell mittlerweile in über 50 Ländern der Welt angewandt. Deutschland sei durch das EEG Marktführer im Bereich der erneuerbaren Energien geworden. Seit Einführung des Gesetzes seien die Vergütungssätze und die Strombörsenpreise deutlich gesunken. Selbst die energieintensive Industrie profitiere davon, während sie die Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren nicht mittragen müsse. In Wahrheit treibe die Marktmacht der vier großen Energiekonzerne die Stromrechnungen in die Höhe, obwohl die Börsenpreise sinken, so der Politiker. (sch)

stats