Tier-Arzneimittel

Rückruf nach Todesfällen


Nach dem europaweiten Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen bei trächtigen Milchkühen - einschließlich 72 gemeldeter Todesfälle - im Zusammenhang mit der Anwendung des Tierarzneimittels Velactis zieht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nun Konsequenzen. Gemeinsam mit den Behörden der Bundesländer hat es darauf hingewirkt, dass der Zulassungsinhaber CEVA Santé Animale auch in Deutschland flächendeckend und sofort das Arzneimittel zurückruft.

Mittel soll Milchproduktion mindern

Velactis wird eingesetzt bei gesunden, hochtragenden Milchkühen und dient zur Unterstützung im Herden-Management-Programm zur Verminderung der Milchproduktion zu Beginn der Trockenstehphase. Damit wird die Phase bezeichnet, in der die Kuh vor dem Abkalben und vor Beginn der nächsten Laktation nicht gemolken wird.

Der wissenschaftliche Ausschuss für Tierarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in London habe am 14. Juli 2016 einstimmig entschieden, der EU-Kommission das Ruhen der Zulassung für Velactis zu empfehlen.CEVA Santé Animale sei nun auch bereit, den Rückruf auf allen Ebenen europaweit zu organisieren.

Anwedung sofort stoppen

Die EU-Kommission wird die Zulassung des Medikaments zunächst ruhen lassen. Das dazu notwendige Verfahren dauert jedoch einige Wochen. Im Bundesamt will man so lange nicht warten und rät deshalb Milchbauern und Tierärzten, sofort die Anwendung zu stoppen und stattdessen auf andere Methoden des Trockenstellens zurückzugreifen.

Der kausale Zusammenhang zwischen Anwendung des Präparates und den Nebenwirkungen sei zurzeit noch nicht bekannt und werde weiter geprüft, heißt es. Nach der derzeitigen Datenlage bestehe aber der begründete Verdacht, dass Velactis einen negativen Einfluss auf die Stoffwechsellage der Tiere ausübe, so das BVL. (mrs)

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