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Im Lebensmitteleinzelhandel sollen Alleingänge bei der Festlegung von Grenzwerten für Pflanzenschutzmittelrückstände in Obst und Gemüse bald der Vergangenheit angehören. Die großen deutschen Lebensmittelhändler haben sich bei der jüngsten Sitzung der Handelsvereinigung für Marktwirtschaft (HfM) darauf verständigt, "so schnell wie möglich" zu einem Konsens zu finden, berichtet LZ-Net. In den vergangenen Monaten war im Handel ein regelrechter Wettbewerb um die niedrigsten Vorgaben für Grenzwerte von Pflanzenschutzmittelrückständen entfacht worden. Auf Druck von Greenpeace hatten Lidl und Aldi bereits Ende 2006 niedrigere Rückstandswerte von ihren Lieferanten gefordert. 2007 zogen Metro und die Rewe-Gruppe nach. Während Vollsortimenter von ihren Lieferanten Grenzwerte erwarten, die etwa 30 bis 50 Prozent unter der gesetzlich zulässigen Höchstmenge liegen, war der Discounter Lidl zuvor mit seiner 70-Prozent-Forderung in neue Dimensionen vorgestoßen.

Nun sorgt Edeka mitten in dem Annäherungsprozess mit einem neuen Forderungskatalog für seine Lieferanten für Unruhe. Diese sollen stärker als bisher in die Haftung genommen werden. In der Branche erregt dieser Vorstoß Missfallen: Hier werde die Verantwortung für die Makellosigkeit der gelieferten Produkte auf den Lieferanten abgewälzt und sogar Haftung für Vergehen von Vorlieferanten verlangt, monieren Vertreter einer betroffenen Erzeugerorganisation. Gleichwohl drängt Edeka auf ein brancheneinheitliches Vorgehen. (ED)

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