Rückstandskontrolle ab sofort kostenlos

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Ab sofort können die bayerischen Landwirte ihre Futtermittel kostenlos auf Rückstände von Tiermehl überprüfen lassen. Dies hat der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mitgeteilt. Danach werden die Untersuchungen vom Ministerium in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) organisiert und abgewickelt. Die zuständige BBV-Geschäftsstelle koordiniere die Probenahme in ihrem Gebiet und lässt diese durchführen. Die gezogene Probe werde zur Geschäftsstelle gebracht und gesammelt an ein anerkanntes Untersuchungslabor weitergeleitet. Die Laborrechnungen gehen direkt an das Landwirtschaftsministerium.
Bei einem positiven Befund darf das beprobte Futter nicht mehr verfüttert werden. "Das Untersuchungsangebot des Freistaates dient der Sicherheit der Landwirte. Gerichtsverwertbar sind die Ergebnisse allerdings nicht, weil es sich um keine amtliche Probenahme im Sinne des Futtermittelrechts handelt", sagte Miller. Die einzelnen Proben werden etwa 100 DM kosten. Bei dem Bemühen, das Vertrauen der Verbraucher in die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Rindfleisch zurückzugewinnen, komme der Futtermittelkontrolle eine Schlüsselrolle zu, meinte Miller. Eine wirksame Kontrolle sei nur auf der Grundlage eindeutiger Rechtsvorschriften möglich. Diese seien dahingehend zu verschärfen, dass keine Futtermittel mit Tiermehl oder tierischem Gewebe hergestellt und verfüttert werden dürfen. Die Klarheit für Landwirte und Verbraucher erfordere zwingend die offene Deklaration für Futtermittel. Ergänzend dazu sei eine Positivliste der Einzelfuttermittel zu erstellen, die für die Fütterung und Mischfutterherstellung zugelassen sind. Offene Deklaration und Positivliste seien nicht nur im Bundesrecht, sondern auch im EU-Recht zu verankern. Miller räumte auf Nachfrage allerdings ein, dass die Verfütterung von Speiseresten aus Großküchen, bei denen auch Fleischreste enthalten sein können, erlaubt sei. (HH)
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