Rückverfolgbarkeit bei Getreide problematisch

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Die ab dem 1. Januar 2005 vorgeschriebene Rückverfolgbarkeit von Getreide stößt in der Praxis an Grenzen. Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels, der Verarbeiter, des Getreidehandels und der Landwirtschaft stellten am Donnerstag in Hannover beim Kongress "Rückverfolgbarkeit bei Getreide - Anforderungen und Umsetzung" ihre Positionen dar. Im Artikel 18 der EU-Verordnung 178/2002 wird gefordert, für jede Partie exakt festzuhalten und abzugrenzen, von welchen Lieferanten sie stammt und an welchen Abnehmer sie geliefert wurde. "Die Realität im Handel mit Getreide ist jedoch eine andere", sagte Dr. Klaus-Dieter Schumacher, Toepfer International, Hamburg. Der Handel, Transport und die Logistik bei Massengütern wie beispielsweise Getreide basiere auf der Zusammenführung vieler kleiner zu großen, einheitlichen Partien.

Bei der Erfassung der Ware stehe deshalb die Erfüllung bestimmter Qualitätsansprüche im Vordergrund - und nicht die Identität der Ware. Silozellen werden mit dem Getreide mehrerer Lieferanten befüllt und werden nie vollständig leer gefahren, sodass sich Restmengen der alten Befüllung mit neuen Mengen vermischen, so Schumacher. Deshalb sei nur eine begrenzte innerbetriebliche Dokumentation nach dem Prinzip: "One step up, one step down" möglich. Eine chargengenaue Rückverfolgbarkeit sei nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand realisierbar. (SB)

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