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Ab 1. Januar 2005 müssen in der EU alle Unternehmer der Lebensmittel- und Futtermittelkette ihre jeweiligen Lieferanten und Abnehmer lückenlos dokumentieren, um die Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Darauf weist der Deutsche Bauernverband (DBV) in einer Pressemitteilung hin. Neben dieser neuen EU-Verordnung fordere aber auch das Produkthaftungsgesetz eine exakte Dokumentation, sodass sich Landwirte bei einem Schaden entlasten können, wodurch die Rechtssicherheit erheblich verbessert werde. Deshalb habe der DBV für Ackerbauern ein dreistufiges Basisdokumentationssystem entwickelt, das auf einfache Weise ohne unnötigen bürokratischen Aufwand den gesetzlichen Ansprüchen Genüge leiste. Mit dem dreistufigen Dokumentationssystem ohne teure Zertifizierung könnten damit die Basisqualitätsansprüche abgedeckt werden. Grundlage seien die Anforderungen der guten landwirtschaftlichen Praxis.

Zentrales Anliegen bei dem Konzept ist es nicht, die formalen Vorgaben der Dokumentation vorzugeben, wie dies häufig von Softwarehäusern anvisiert wird, sondern einen Grundrahmen der notwendigen Angaben darzulegen, wobei die Umsetzung im einfachen Fall auf einem einfachen Papierbogen möglich sei. Im Einzelnen bestehe das System aus einer Schlagdokumentation ähnlich wie eine Ackerschlagkartei. Es würden nur die Punkte dargelegt, die sich aus dem Gesetzesanspruch ableiten ließen. Landwirte, die am entsprechenden Regionalprogramm und an Qualitätssystemen teilnehmen, könnten den jeweiligen Mehrbedarf bei der Dokumentation entsprechend auf das System aufsatteln. sodass ein flexibles Instrument für alle Ansprüche geschaffen werde. Für Produkte, die ein Landwirt auf seinem Betrieb lagert, wie zum Beispiel Getreide oder Kartoffeln, werde eine entsprechende Lagerdokumentation eingerichtet. Hierdurch könne der Landwirt den Nachweis führen, welche Maßnahmen er zur Sicherung der Produktqualität in der Lagerung ergriffen habe. Entsprechend sollten Landwirte bei eigenen Transporten aus dem eigenen Lager eine Transportdokumentation durchführen. Diese dritte Stufe der Dokumentation erübrige sich häufig, weil viele Abnehmer dies bereits auf den entsprechenden Lieferscheinen durchführen, den es aufzubewahren gelte. Bei Transport durch einen beauftragten Dritten müsse dieser die Transportdokumentation sicherstellen. Der Dokumentation der Lieferscheinnummern und die Ablage der Lieferscheine komme eine zentrale Bedeutung zu, damit die Rückverfolgbarkeit sichergestellt sei. (ED)

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