Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie greift bei der Landwirtschaft zu tief. Parlamentarisches Gremium kritisiert unscharfe Förderziele für den Ökolandbau.

Potenziale sieht der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung (PBNE) im Ausbau der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland. Das Gremium, das sich aus Politikern aller im deutschen Bundestag vertretenen Parteien zusammensetzt, weist auf den Bedarf an importierten Ökoprodukten hin. Dass die Nachfrage der Bevölkerung nicht allein durch die inländische Produktion gedeckt werden könne, weise auf „unternehmerische Potenziale“ für die Landwirte hin, heißt es in der heute veröffentlichten Bewertung des Fortschrittsberichts 2012 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Der Beirat kritisiert in dem Zusammenhang, dass die Zielvorgaben in der Nachhaltigkeitsstrategie für die Förderung des Ökolandbaus zwar einen Wert von 20 Prozent enthalte, aber keine Jahreszahl, bis zu der dieser Wert erreicht werden solle.

Der PBNE begrüßt in seiner Bewertung, dass die Nachfrage nach nicht-ökolgisch erzeugten aber dennoch nachhaltigen Produkten im Lebensmitteleinzelhandel steige. Das Gremium hält es daher für erstrebenswert, das Angebot solcher nicht-ökologischer, nachhaltiger Produkte zu steigern. Vorher müsse man sich aber auf Kriterien der Nachhaltigkeit verständigen, welche die Wertschöpfungskette vom Anbau bis hin zum Transport des Produktes abdecken. Anfang 2013 plant der PNBE eine Anhörung zu dem Thema durchzuführen. (pio)
stats