Liquidität

Rukwied appelliert an Banken


Die Landwirtschaft befindet sich derzeit unbestreitbar in einer schwierigen Lage, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Joachim Rukwied heute auf der Agrarfinanztagung von DBV und Rentenbank in Berlin. Grund dafür sei, dass die Märkte aus dem Gleichgewicht geraten sein. Dies bringe viele Betriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten. So würden 21 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe unter Liquiditätsengpässen leiden. Unter den tierhaltenden Betrieben seien es sogar 27 Prozent.

Als eine der wesentlichen Ursachen nannte er das russische Embargo für Lebensmittelimporte aus der Europäischen Union. Dies belaste die Märkte weiterhin. Aber auch wenn die Sanktionen wieder aufgehoben werden sollten, würden sich die Märkte nicht schlagartig erholen. Hinzu komme eine deutliche Ausweitung der Produktion in einzelnen Sektoren und Regionen. So sei beispielsweise die Milcherzeugung in Irland um etwa 15 Prozent ausgedehnt worden. Spanien habe die Erzeugung von Schweinefleisch in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgedehnt und liege in der Produktionsstatistik in der EU mittlerweile auf Platz eins. Auch die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) verschärfe nach Ansicht des DBV-Präsidenten die Situation in der Landwirtschaft zusätzlich.

Eingriffe des Staates würden jedoch kaum etwas bewirken können und seien daher abzulehnen, betonte Rukwied. An die Vertreter der Banken appellierte er, den landwirtschaftlichen Betrieben in dieser durch die Kumulierung von Sonderfaktoren entstandenen schwierigen Situation ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen. Der durchschnittliche Anteil an Eigenkapital in der Landwirtschaft sei mit 68 Prozent sehr hoch, führte er aus. Auch würden Landwirte sehr langfristig und generationenübergreifend denken. Diese mache sie als Kreditnehmer attraktiv und sollte von den Banken besonders berücksichtigt werden. (jst)
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