Mit den wirtschaftlichen Herausforderungen können Betriebe der Veredlungswirtschaft bereits seit vielen Jahren relativ gut umgehen, sagte Rukwied. Der Preis dafür sei jedoch ein anhaltender Strukturwandel. So habe allein im Gebiet Hohenlohe in Baden-Württemberg die Zahl der Ferkelerzeuger in den Jahren 2010 bis 2015 um mehr als 40 Prozent abgenommen. Auch in der Zukunft bleibe der Markt eine der großen Herausforderungen für die Betriebe in Deutschland.

In ihrer Bedeutung viel größer seien jedoch die gesellschaftspolitischen Herausforderungen, betonte der DBV-Präsident. Dies werde sich seiner Ansicht nach auch im beginnenden Bundestagswahlkampf zeigen. Zwar würden Themen, die die Gesellschaft bewegen, wie der Brexit, die Krise des Euros oder aktuell die Migration sehr rasch wechseln. Als eine Konstante sei jedoch die Landwirtschaft seit vielen Jahren immer unter den Top-5 der relevanten Themen. Aspekte wie Umwelt, Nachhaltigkeit oder Tierschutz würden nirgendwo in Europa oder in der Welt in ähnlich ausgeprägter Form diskutiert wie im deutschsprachigen Raum, sagte Rukwied. Dabei sei zu bemerken, dass die Themen sowohl für die Politik als auch für Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) Grundlage oder wichtiger Teil eines Geschäftsmodells seien.

Die Landwirtschaft sei aufgefordert, sich an den Diskussionen selbstkritisch aber "nicht mit gesenktem Haupt" zu beteiligen. Im Vordergrund müsse der sachliche Dialog stehen. Immer wieder müsse darauf hingewiesen werden, dass auch in der Zukunft die Möglichkeit der Erzielung von Gewinnen auch für Tierhalter möglich sein müsse. Er hoffe und erwarte, dass sich alle Beteiligten an Grundregeln der Fairness halten werden. Für den Bundestagswahlkampf kündigte Rukwied ein umfassendes Positionspapier des DBV an. (jst)
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