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Rumänien könnte fünf Jahre nach dem EU-Beitritt eine positive Agrarhandelsbilanz erreichen, sagte Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur am Montag. Als erstes müsse die rumänische Nahrungsmittelindustrie den heimischen Markt zurückgewinnen, betonte der Minister. "Wir brauchen mehr rumänische Produkte in den Geschäften. Das muss in den nächsten Jahren passieren, indem die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten erhöhen", gab sich Flutur optimistisch. Parallel dazu müsse Rumänien schrittweise die Exporte - vor allem von Spezialprodukten - steigern, berichtet das Agrarische Informationszentrum, Wien, weiter. Es sei sehr wichtig, dass sich Rumänien auf Nischen wie Bio-Landbau, Tourismus und Wein konzentriere. Auch im Hinblick auf das Exportpotenzial von Milchprodukten ist Flutur optimistisch. Sobald die rumänischen Molkereien technologisch aufgerüstet seien, werde das Land auch in dieser Sparte wettbewerbsfähig sein.

Bis Ende Juli 2006 hat Rumäniens Handelsdefizit bei Agrarprodukten und Nahrungsmitteln 989,1 Mio. € erreicht, rund 31,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Importe haben um 27,3 Prozent auf einen Wert von 1,341 Mrd. € zugenommen. Die Exporte sind dagegen nur um 16,1 Prozent gewachsen. An Agrarprodukten hat Rumänien bis Ende Juli Waren im Wert von 352,8 Mio. € ausgeführt. Rumänien importiert hauptsächlich Schweinefleisch, Zucker und Tabak. Auf der Exportliste stehen Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Esel und Maultiere. (ED)

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