Runder Tisch Pflanzengenetik: Umweltverbände steigen aus


Im Streit um die Grüne Gentechnik verlassen Vertreter der Umweltverbände den runden Tisch Pflanzengenetik. Sie vermissen eine offene Aussprache über die Folgen des Anbaus gentechnisch veränderter (GV-) Pflanzen. Zum vierten Mal hat heute Bundesforschungsministerin Annette Schawan zum runden Tisch Pflanzengenetik in Berlin eingeladen. Als Vertreter der Umweltverbände hat der Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) seine weitere Teilnahme abgesagt. Die Verbände fühlen sich vom Bundesforschungsministerium düpiert, teilt der Naturschutzbund Deutschland e.V. (Nabu) mit. In der heutigen Runde hatte das Bundesforschungsministerium alle Forschungsansätze der Umweltverbände zurückgewiesen, die sich mit den Risiken der Gentechnik für Mensch und Natur auseinandersetzen. Streit gab es auch über die Aussage des Ministeriums, es könne die langfristigen Folgen des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen (GVO) nicht erforschen, da es dazu keine methodischen Ansätze gäbe. Zudem stieß die Aussage des Ministeriums, GV-Mais habe keine Auswirkungen auf heimische Schmetterlinge, beim DNR auf Unverständnis.

Elvira Drobinski-Weiß, verbraucherpolitische Sprecherin der SPD, kritisierte das Verhalten von Bundesforschungsministerin Schavan. Sie verhindere mit ihrer Absage einen offenen Dialog zur Gentechnikforschung. Schavan hatte beim runden Tisch im Juni ein 100 Mio. € schweres Pflanzenforschungsprogramm angekündigt.  (da)
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