Russische Brände befeuern Weizenkurse


Die Ernteausfälle in Russland wachsen. Inzwischen ist in 27 Regionen der Notstand ausgerufen. Die europäischen Weizenpreise erhalten Auftrieb. Als mittlerweile „apokalyptisch" beschreiben Beobachter den Zustand der Äcker in russischen Regionen, die seit Ende Juni in brütender Hitze verdorrt sind. Weltuntergangsstimmung erzeugen nicht nur die verheerenden Brände rund um Moskau, sondern auch von der Sonne versengte Getreidefelder, die kaum noch Ertrag bringen. Mehr als 10 Mio. ha Getreidefläche sind betroffen.

Die europäischen Weizenpreise steigen mit den russischen Hitzeschäden. Die Notierung an der Terminbörse in Paris hat heute für Mahlweizen November 2010 die Marke von 200 €/t weit übersprungen. Nicht nur die Sorgen um die Ernte 2010 wachsen. Hinzu kommen erste Befürchtungen, dass in den russischen Trockengebieten auch die Aussaat behindert sein könnte. Denn gerade in den am meisten betroffenen Regionen an der Wolga und im Westen dominiert Wintergetreide. Der Zeitrahmen für die Herbstbestellung ist recht eng, denn die Bestände müssen sich vor Einbruch des Winters noch entwickeln können. Vorerst ist aber auf den vertrockneten Böden an eine Aussaat nicht zu denken. (db)
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