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Insgesamt rund 530.000 t Sonnenblumenkerne sind vom Oktober 2000 bis Anfang Januar des laufenden Jahres aus Russland exportiert worden. Damit haben sich die Ausfuhren mehr als verdoppelt gemessen am gleichen Zeitraum der Saison 1999/2000, teilte das agrarökonomische Consultingzentrum Sovecon in Moskau mit. Im Januar 2001 wurden jedoch lediglich etwa 69.200 t Sonnenblumen im Ausland abgesetzt, um zwei Drittel weniger als im Vormonat sowie um ein gutes Drittel weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Diese Entwicklung sei nach Auffassung der Sovecon-Experten teilweise auf die unsicheren Exportbedingungen zurückzuführen.

Der Grund: Die zuständige Regierungsbehörde kündigte im Januar eine Anhebung des Ausfuhrzolls für Sonnenblumen um 10 Prozentpunkte auf 20 Prozent des Warenwertes an, ohne einen konkreten Zeitpunkt hierfür zu nennen. Allerdings dürfte der neue Zollsatz rückwirkend für die Lieferverträge gelten, die bis zu dessen In-Kraft-Treten nicht ausgeführt wurden. Eine andere Ursache für die fallenden Exporte soll in der Abschwächung der Nachfrage seitens der Türkei liegen, des größten Abnehmers für russische Sonnenblumen. Dies sei mit der Abwertung der dortigen Währung verbunden. Die Erzeugung von Sonnenblumen in Russland ging 2000 nach vorläufigen amtlichen Angaben um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,9 Mio. t zurück. (pom)
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