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Im Dezember 2000 hat Russland für die Einfuhren von Roh- und Weißzucker insgesamt 104,1 Mio. US-$ aufgebracht, was den durchschnittlichen Importwert der ersten elf Monate des Jahres um 62 Prozent und den vom November sogar um fast 170 Prozent übertraf. Dies geht aus dem jetzt in Moskau veröffentlichten Angaben des Zollkomitees hervor. Den rasanten Anstieg der Einfuhren wird auf ein "Zollloch" zurückgeführt; zwischen dem 15. Dezember 2000, als die Geltungsdauer des saisonalen Zollsatzes von 45 Prozent des Warenwerts auslief, und der Einführung eines neuen Regelzolls von 30 Prozent zum 1. Januar 2001 wurden Zuckerimporte mit einer "alten" Abgabe von nur 25 Prozent belegt. Nach Auffassung der Moskauer Zeitung "Vedomosti" stelle das sogenannte "Zollloch" einen groben Fehler der für die Zolltarifpolitik zuständigen Behörden dar, der von Importeuren gnadenlos ausgenutzt worden sei. Dem Blatt zufolge wurden während der zwei letzten Dezemberwochen an Weißzucker das Zehnfache der sonst üblichen Monatsmengen importiert. (pom)
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