Russischer Absatzmarkt bereitet Sorgen

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Moskau zeigt sich aufgeschlossen, finanzielle Absicherungen für Importe aus Deutschland zu leisten. Eine Überprüfung im Einzelfall hat die russische Wirtschaftsministerin Elvira Nabiullina gestern anlässlich des Antrittbesuchs des deutschen Wirtschaftsministers Karl-Theodor zu Guttenberg zugesagt. Der deutsch-russische Handel ist für beide Seiten von hohem Interesse. Nach den Zahlen des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft hat Deutschland 2008 nach Russland Waren im Wert von 32 Mrd. € exportiert. Aus der Agrarwirtschaft sind Fleisch und Milch sowie Landtechnik beteiligt. Im Gegenzug haben die russischen Exporte nach Deutschland einen Wert von 36 Mrd. € erreicht. Hier fallen vor allem umfangreiche Gaslieferungen ins Gewicht.

Russland ist für die deutsche Landmaschinenindustrie ein besonders wichtiger Absatzmarkt. Die deutschen Exporte haben 2008 schätzungsweise eine Größenordnung von 650 Mio. € erreicht und stellten damit etwa einen Anteil von 11 bis 12 Prozent aller deutschen Agrartechnikexporte. Deswegen haben auch die Landtechnikhersteller ein lebhaftes Interesse, dass der russische Absatzmarkt 2009 nicht noch stärker einbricht. Schwierigkeiten entstehen nicht nur wegen der Finanzierung der Exporte, sondern auch durch Importzölle für ausländische Technik. (db)

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