Russland bemängelt Fleischimporte aus den USA


Das Wachstumshormon Ractopamin gerät in den Fokus. Russland verweigert Importe aus den USA. In der EU ist der Einsatz verboten.

Die russische Veterinäraufsicht hat vorige Woche bei Fleischimporten aus Kanada und den USA Ractopamin-Funde beklagt. Dieser Beta-Blocker wird in Nordamerika in der Schweine- und Rindermast als Wachstumsförderer verwendet. Russland akzeptiert jedoch diesen Zusatzstoff nicht.

In der EU ist Ractopamin ebenfalls nicht zugelassen. Importe von Fleisch mit Rückständen sind verboten. Dagegen hatte die Codex-Alimentarius-Kommission der Vereinten Nationen (UN) im Herbst dieses Jahres beschlossen, Rückstandshöchstwerte für das Wachstumshormon Ractopamin in Fleisch einzuführen. Mit solchen international geltenden Schwellenwerten ist es für die EU, aber auch für Russland, schwerer, die Nulltoleranz vor der Welthandelsorganisation (WTO) zu verteidigen.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA hat sich am Freitag umgehend an Moskau gewandt, um zusätzliche strenge Kontrollen auf Ractopamin abzuwenden. Die USA exportieren nach US-Angaben jährlich Schweine- und Rindfleisch im Wert von rund 500 Mio. US-$ nach Russland.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) macht bereits Hoffnungen für EU-Exporte von Schweinefleisch. Sie könnten sich durch den russischen Konflikt mit den USA wieder zusätzlich beleben, kommentiert der Verband. Zuletzt hatten europäische Exporteure nach Angaben der ISN im Wettbewerb mit den Anbietern aus Nord- und Südamerika häufig das Nachsehen. (db)
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