Zwar geht der Internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass das russische Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2016 wieder wachsen wird; doch mit 0,2 Prozent fällt das Wachstum sehr gering aus. Für die Rezession verantwortlich seien zum einen die Sanktionen des Westens aufgrund der Ukraine-Krise. Der andere wichtige Faktor sei der Verfall des Ölpreises, weil ein Großteil des russischen BIP aus den Öl- und Gasexporten stammt.

Als größte Hürde für die weitere Entwicklung nennt der IWF die Zunahme der geopolitischen Risiken. Immerhin: Auf mittlere Sicht gehen die Ökonomen in Russland wieder von einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent im Jahr aus. Das setze aber Strukturreformen voraus, die den heimischen Wettbewerb förderten und für transparentere Vergabepraktiken bei staatlichen Investitionsvorhaben sorgten.

Die Krise in Russland und die Sanktionen haben Auswirkungen auf deutsche Unternehmen, auch die Landwirtschaft spürt die eingeschränkten Handelsmöglichkeiten. So berichten beispielsweise Landtechnikhersteller wie Horsch von Umsatzrückgängen und vorsichtigeren Kalkulationen. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft berichtet, dass die Exporte nach Russland von Januar bis Mai 2015 um gut ein Drittel zurückgingen. (az)
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