az-Länderserie Russland

Russland bleibt schwieriger Handelspartner

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Global ist Russland einer der wichtigsten Exporteure von Weizen. Im Jahr 2014 ernteten die russischen Landwirte 59,0 (Vorjahr: 52,0) Mio. t Weizen, wovon 70 Prozent Mahlweizen- und 30 Prozent Futterweizenqualität aufweisen. Für den Export stehen laut USDA 20 (18,5) Mio. t zur Verfügung. Bis Ende Januar wurden schon 17,9 Mio. t ausgeführt. Doch mit der Einführung eines Exportzolls auf Weizen in Höhe von 15 Prozent zuzüglich 7,50 €/t (mindestens 35 €/t) für den Zeitraum 1. Februar bis zum Ende des Wirtschaftsjahres am 30. Juni 2015 wird das Exportgeschäft schwieriger. So fallen ursprünglich für Januar terminierte Exporte, deren Lieferung aber erst nach dem 1. Februar erfolgen kann, nun unter den Exportzoll. Betroffen hiervon sind auch Lieferungen an den Hauptabnehmer für russischen Mahlweizen, Ägypten. Fast ein Drittel der russischen Getreideausfuhren fließt in das nordafrikanische Land, gefolgt von der Türkei und dem Iran. Ägypten hat sich bereits mit alternativen Herkünften eingedeckt. Zusätzlich erschweren verstärkte Kontrollen vor der Erteilung der phytosanitären Zertifikate die ausländischen Importe.

Hauptexporte
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Hauptexporte
Nach Weizen ist Gerste eine weitere wichtige Kultur für die russischen Agrarproduzenten. Global ist Russland vor Deutschland der Hauptproduzent. Im vergangenen Jahr wurden 19,5 (15,4) Mio. t geerntet, davon entfallen mehr als 90 Prozent auf Sommergerste. Aber lediglich 500000 t der Gesamtproduktion erreichen Brauqualität. Damit kann der Eigenbedarf Russlands an Braugerste in Höhe von 1,2 Mio. t nicht annähernd gedeckt werden. Für den Export stehen 4,3 (2,7) Mio. t Gerste zur Verfügung.

Auf dem Vormarsch ist auch der Maisanbau. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Anbaufläche fast vervierfacht und auch die Ausfuhren nehmen zu. Geerntet wurden 2014 rund 12,0 (11,6) Mio. t Mais, wovon 3,0 Mio. t exportiert werden können.

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Unter den Ölsaaten ist die Sonnenblume die wichtigste Frucht. Mit einer Produktion von 9,0 Mio. t rangiert Russland hinter der Ukraine und vor der EU an Position 2 der globalen Sonnenblumenproduzenten. Die Ernte wird nahezu komplett selbst verarbeitet. Russland ist damit, ebenfalls nach der Ukraine, zweitwichtigster Exporteur von Sonnenblumenöl und -schrot am Weltmarkt. Hauptabnehmer sind hier neben der EU Ägypten und die Türkei. Aktuell berichtet der Branchendienst Oil World von einer stark gesunkenen Nachfrage Ägyptens, was im Jahresvergleich zu kräftig gestiegenen Sonnenblumenöl-Beständen zum Stichtag 31. Dezember geführt hat. Trotzdem wird für das laufende Jahr eine Ausweitung der Anbaufläche von Sonnenblumen erwartet. In der Ukraine ist der Anbau dagegen rückläufig. (az)
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