Russland bleibt unsicherer Kandidat für Fleischexporte


Der Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) bedeutet für Fleischimporte keine grundsätzliche Erleichterung. Neue Auflagen können jederzeit kommen.

Die Einfuhr von Fleischwaren aus Ländern außerhalb der Zollunion von Russland, Weißrussland und Kasachstan unterliegt den Veterinärvorschriften dieser Länder. Daraus ergebe sich kein neuer Status aus dem Beitritt Russlands zur WTO, sagte einer der großen Fleischexporteure agrarzeitung.de auf Anfrage. Russland erhebe seine Anforderungen auf Grundlage von Vorschriften der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).

Diese können in bestimmten Punkten von WTO-Standards abweichen. Die Bestätigung der OIE-Standards für Lieferanten in Deutschland und deren Übermittlung an die russischen Behörden liegt in den Händen des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV). Dort hätten die Exporteure alle erforderlichen Unterlagen eingereicht, jedoch sei davon auszugehen, dass diese noch nicht abschließend weitergereicht worden seien.
 
Gegenwärtig würden deutsche Lieferanten liefern können, der WTO-Beitritt hätte daher keine Auswirkungen. Trotzdem bestehe fortwährend das Risiko, dass neue Anforderungen auf Grundlage der OIE-Standards erhoben werden könnten. Damit verbunden wären plötzliche Exportbeschränkungen. Daher sei es sehr wichtig, dass die Mitteilung über die Einhaltung der OIE-Standards für deutsche Lieferanten umgehend an die russischen Behörden weitergeleitet würden, hieß es aus dem Unternehmen. Russland plant zusätzlich, eigene Begutachtungen der Lieferanten vorzunehmen.  (jst) 
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