Russland droht mit Importstopp für EU-Fleisch


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Zum 1. April könnte Russland ein Importverbot für Fleischlieferungen aus der EU in Kraft setzen. Das Land besteht auf Qualitätszertifikaten für Fleisch aus der gesamten Gemeinschaft. Im Fleischhandel zwischen der EU und Russland brodelt es mal wieder. Um den angedrohten Importstopp Russlands abzuwenden, fahren Vertreter der EU-Kommission und der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu Beginn der kommenden Woche nach Moskau. Thema ist das Ergebnis der gerade abgeschlossenen russischen Inspektionen in Polen. Zudem fordert die Regierung in Moskau von der gesamten EU Dokumente über Rückstandskontrollen und Salmonellen im Fleisch. Die geforderten Kontrollpläne müssen die Mitgliedstaaten nach EU-Recht ohnehin jeweils für das Vorjahr bis zum 31. März in Brüssel abliefern.

Russland fordert nun am gleichen Tag eine Weitergabe, und zwar in übersetzter Form. Die Kommission sieht keine Probleme bei der Weitergabe der Dokumente. Allerdings werden von verschiedenen Seiten Terminschwierigkeiten gesehen. Diese gilt es möglicherweise während der Gespräche in Moskau auszuräumen. Jedenfalls soll von EU-Seite jede größere Aufregung vermieden werden. Russland bringt dagegen immer neue Kritikpunkte vor. Über die Gründe für Provokationen gibt es mehrere Mutmaßungen. Zum einen möchte Russland die Fleischimporte behindern, um die eigene Erzeugung zu stärken. Zum anderen wird die gesamte EU immer wieder in den russisch-polnischen Streit um die Fleischexporte hineingezogen. (Mö)

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