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In Russland soll eine Antidumping-Untersuchung in Hinblick auf importierte Kartoffelstärke eingeleitet werden. Eine entsprechende Entscheidung hat der Regierungsausschuss für Schutzmaßnahmen im Außenhandel und Zolltarifpolitik in Moskau am Mittwoch getroffen. Für die Dauer der auf sechs Monate zugeschnittenen Untersuchung sollen die Einfuhren dieses Erzeugnisses mit einem Sonderzoll von 30 Prozent des Warenwertes belegt werden, der zusätzlich zum derzeit geltenden Zollsatz von 10 Prozent zu erheben ist.
Ob diese Maßnahmen den russischen Kartoffelstärkemarkt schützen könnten, sei fraglich, schreibt in diesem Zusammenhang die Moskauer Zeitung "Vedomosti". Das Problem der heimischen Hersteller liege nicht nur in den erheblichen Subventionen, damit denen die Produktion von Kartoffelstärke in der EU unterstützt werde, sondern auch darin, das deren Erzeugung deutliche kostspieliger sei als die von Maisstärke. Die Zeitung führt die Meinung eines Produzenten an, wonach die Herstellung von Kartoffelstärke in Russland nicht wettbewerbsfähig sein werde, solange die Kartoffelpreise im Lande weiter hoch liegen würden. Andererseits vertritt die nationale Vereinigung der russischen Stärkeindustrie die Auffassung, dass die russischen Erzeuger dieses Produkts die derzeit stillstehenden Produktionskapazitäten nun wieder auslasten und ihre Positionen am heimischen Markt verbessern könnten. (pom)
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