Zurzeit sind Experten aus Russland in Schottland unterwegs. Sie inspizieren dort Pflanzkartoffelpartien, die in die russische Föderation geliefert werden könnten. Die von den einzelnen Partien genommenen Proben müssen zunächst von russischen Pflanzenschutzexperten auf Krankheiten hin untersucht werden, bevor die Lieferungen mit Erlaubnis der Behörde Rosselkhoznadzor beginnen können.

Darüber hinaus hat Rosselkhoznadzor kürzlich weitere Besuche in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden in Aussicht gestellt. Genaue Termine dafür scheinen noch nicht festzustehen. Europäisches Pflanzgut der spät reifenden Sorten ist bislang noch nicht für die Lieferungen untersucht worden.

Schwacher Rubel verteuert Pflanzgut

Die Behörde lässt allerdings ihren Unmut darüber durchscheinen, dass im Herbst größere Pflanzkartoffelmengen der frühen Sorten aus den Lieferländern zum Export angemeldet und beprobt wurden, als jetzt tatsächlich zur Lieferung kommen werden. Eine Ursache dafür dürfte aber wohl sein, dass die Entwicklung des Rubelkurses den russischen Kunden das Pflanzgut stark verteuert. Zudem hat die Prozedur der phytosanitären Prüfung einige Zeit in Anspruch genommen. Derweil haben sich sicher andere Interessenten mit dem Pflanzgut dieser Sorten eingedeckt. Die Liste der erforderlichen phytosanitären Untersuchungen ist jetzt nochmals verlängert worden, womit auch die Untersuchungen länger dauern könnten.

Medienberichten zufolge wird sich der schwache Rubel ebenso wie die schwache Währung der Ukraine auf die Einkäufe von Saatgut in den beiden Ländern auswirken. Landwirtschaftliche Betriebe müssen ihre geplanten Saatgutbestellungen völlig neu kalkulieren. (brs)
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