Halbjahresbilanz

Russland macht Syngenta Freude


Der Umsatz des Schweizer Konzerns sank in den ersten beiden Quartalen des Jahres um 7 Prozent auf 7,1 Mrd. US-$, das Operative Ergebnis um 14 Prozent auf 1,35 Mrd. US-$ und der Reingewinn um 13 Prozent auf 1,06 Mrd. US-$. Positiv hat sich der Absatz in Russland und den anderen Ländern der ehemaligen GUS entwickelt. Durch die „herausragende Entwicklung“ sei die starke Marktposition im Pflanzenschutz- wie auch im Saatgutgeschäft ausgebaut worden, heißt es im Halbjahresbericht der Syngenta AG. In Russland und der Ukraine wurden höhere Absatzmengen erzielt und weitere Preiserhöhungen umgesetzt, um die Auswirkungen der Währungsabwertungen auszugleichen.

Regen bremste Europageschäft

Im übrigen Europa beeinträchtigte das schlechte Wetter im zweiten Quartal das Geschäft. Insbesondere Nordwesteuropa sei von starken Regenfällen betroffen gewesen, die die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln einschränkten. In Deutschland konnte ein zweistelliger Rückgang im ersten Halbjahr beobachtet werden. Global musste Syngenta in Lateinamerika und im asiatisch-pazifischem Raum mit 11 Prozent die größten Umsatzeinbußen hinnehmen.

Umsatz 2016 leicht rückläufig

Chief Executive Officer Erik Fyrwald rechnet für das zweite Halbjahr wieder mit Wachstum in der Region Asien/Pazifik, denn die Dürre habe in einigen Ländern nachgelassen. Für das Gesamtjahr erwartet Fyrwald einen Umsatz, der zu konstanten Wechselkursen nur knapp unter dem Vorjahr liegt. Der ausgewiesene Umsatz werde wegen des starken US-Dollars voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zurückgehen.

Verkauf an ChemChina im Plan

Fyrwald sieht in dem Verkauf von Syngenta an ChemChina Vorteile für die Kunden. Die Transaktion werde sicherstellen, dass Landwirte auch in Zeiten der Konsolidierung der Branche weiterhin Auswahlmöglichkeiten haben. Syngenta führe konstruktive Gespräche mit allen Regulierungsbehörden. Fyrwald hofft, die Transaktion bis zum Jahresende abschließen zu können.

Brexit verstärkt Währungsrisiken

Gedanken macht man sich bei Syngenta über die Folgen des Brexits. Syngenta verfügt in Großbritannien über große Standorte für Forschung und Entwicklung sowie die Fertigung. Der Umsatz im vereinigten Königreich macht etwa 1 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns aus. Das Unternehmen habe daher eine Netto-Short-Position gegenüber dem britischen Pfund. Das durch das Pfund bedingte Risiko für das EBITDA 2016 werde größtenteils durch Absicherungsgeschäfte abgedeckt, erklärt der Konzern. (SB).
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