Trotz einer guten Ernte in Russland und Weißrussland gehen die dortigen Kartoffelvorräte zur Neige. Die russischen Verbraucher werden kaum auf ihr liebstes Grundnahrungsmittel verzichten wollen. Diese Ansicht vertritt Ksenia Gorovaya, Geschäftsführerin von Crisp Consulting, Sankt Petersburg/Russland, gegenüber agrarzeitung.de. Daher werden die Lieferungen aus Nordafrika bereits erwartet. Für ihr liebstes Gemüse seien russische Verbraucher bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Wie sich dann die Wechselkursveränderungen auf die Preisbildung und die Nachfrage auswirken, sei kaum abzuschätzen.

Das Importembargo für Frischprodukte habe am russischen Markt zwar nicht zu Mangel geführt, aber sehr wohl zu einer geringeren Auswahl an Obst und Gemüse für die Verbraucher. Zudem sei die russische Bevölkerung mit Preissteigerungen konfrontiert, die sich für Kohl im Dezember 2014 auf 11 Prozent beliefen, für Zwiebeln auf 8 Prozent und für Gurken auf 14 Prozent.

Die russische Regierung sei nun dabei, die Preisbildung entlang der Handelskette zu überprüfen. Unter diesen Umständen werden nach Ansicht von Gorovaya vor allem kleinere und neu gegründete Händler profitieren, weil sie keine langfristigen Aufzeichnungen vorlegen können. Die großen Anbieter mit ihren eingespielten Lieferketten bieten Material für ausgiebigere Prüfungen, erwartet sie. (brs)
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