Russland nicht der einzig wichtige Markt


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Russland, einer der wichtigsten Abnehmer von Fleisch aus der EU, kontingentiert ab April seine Importmengen. Die Auswirkungen auf den deutschen Rindfleischmarkt werden vermutlich nicht so gravierend sein, meint Gerard Janssen, Mitglied des Vorstandes der A. Moksel AG, Buchloe. Er warnt jedenfalls in der heutigen Ausgabe der Agrarzeitung Ernährungsdienst vor Panik. In den vergangenen Jahren sei die Fleischeinfuhr nach Russland stark gestiegen. Nun möchte das Land unbedingt seinen eigenen Selbstversorgungsgrad bei Fleisch allmählich erhöhen. Von der Beschränkung seien nicht nur Lieferanten aus der EU betroffen, sondern sie gelten weltweit für Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Die Auswirkungen auf die hiesigen Rindfleischpreise dürften nach Ansicht von Janssen nicht gravierend sein. Wenn es zu Abstrichen käme, dann wäre hiervon in erster Linie Verarbeitungsfleisch betroffen, räumt er ein.

Russland werde für den Rest des laufenden Kalenderjahres noch rund 315.000 t und auch künftig jährlich 420.000 t tariflich kontingentiertes Rindfleisch einführen. Das sei noch immer eine "beachtliche Menge", von der auch deutsche Exporteure profitieren können. Im Übrigen sei gegenwärtig Frischfleisch noch nicht kontingentiert, sondern nur gefrorene Ware. Neben Russland spielen zudem auch andere Exportmärkte für die deutsche Fleischwirtschaft eine große Rolle. (HH)
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