Marktchancen

Russland plant Ökogesetz


Ein Gesetzesentwurf über die ökologische Landwirtschaft befindet sich in der abschließenden Phase der Beratungen. Das Moskauer Außenbüro des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) berichtet, dass die Verbände und die Wirtschaft bis nächste Woche Stellung nehmen können. Das endgültige Gesetz soll 2015 in Kraft treten.

Geregelt werden sollen in Russland die Bestimmungen für den Anbau und die Verarbeitung sowie die Vorschriften für die Kontrolle und Kennzeichnung. Nach USDA-Angaben harmonisieren die geplanten nationalen Standards in Russland mit den Öko-Vorschriften in der EU. Enthalten sind Listen für zugelassene Dünger, Pflanzenschutzmittel und sonstige Chemikalien, die in der Ökoerzeugung erlaubt sein sollen. Generell untersagt sein soll die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen sowie die radioaktive Bestrahlung.

Das USDA-Büro in Moskau berichtet weiter, dass die russische Regierung sowohl umfangreiche Exporte von Ökoprodukten anstrebt als auch den heimischen Markt entwickeln will. Die Amerikaner erwähnen Ergebnisse einer Marktforschung in Russland, nach denen mehr als die Hälfte der russischen Bevölkerung bereit wäre, Öko-Produkte zu kaufen. Der Marktanteil beträgt aktuell jedoch lediglich 0,1 Prozent. Das USDA weist auf optimistische Prognosen hin, dass der Ökomarkt in Russland bis zum Jahr 2020 ein Volumen von 18 Mrd. US-$ haben könnte. Zum Vergleich: In Deutschland sind 2013 gerade rund 7,6 Mrd. € oder umgerechnet etwa 10 Mrd. US-$ erreicht worden.

Das USDA-Außenbüro beurteilt die optimistischen Prognosen sehr skeptisch. Zurzeit sinkt die Kaufkraft der russischen Bevölkerung wegen der Schwäche des russischen Rubels, der Inflation und der insgesamt stagnierenden Wirtschaft. Diese Bedingungen sind aus amerikanischer Sicht wenig geeignet, um den Absatz der höherpreisigen Ökoprodukte in Russland anzukurbeln. (db)
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